15. Bittstädt Open Air

28. - 30. Juni 2013

FREITAG

Fryology Theatre (Jena)
Räudiger Rock'n'Roll für schnelle Menschen

Who's Pinski (Köln)
Rock mit hippeliger Frontfrau

Cryptex (Deutschland)
Progressive Folk Rock

Crayfish (Thüringen)
The Music Of AC/DC


SAMSTAG


Gruenschnabel (Bad Salzungen)
Alternative Liedermaching

NEMO (Jena)
Classic Meets Metal

Bulletmonks (Nürnberg)
Hardrock

Coogans Bluff (Deutschland)
Funky Stoner Rock

Brogues (Deutschland)
Celtic Rock Circus

Harnstein (Gotha)
Spaßmetall


SONNTAG


Geiszbock (Jena)
Fette Akustik-Mugge

Rückblick

Ja es stimmt. Durch den Umzug nach Crispendorf sind uns viele viele Gäste verlorengegangen. Allein aus Arnstadt und Gotha haben sich ganze Truppen bei uns gemeldet und geäußert, daß sie nicht kommen, weil Crispendorf ihnen zu weit ist. Und das sind nur die paar, von denen wir wissen.

Ja es stimmt. Wir haben dadurch und durch die geänderte Kostensituation in Crispendorf ein extremes finanzielles Problem.

Aber: Nicht wir wollten aus Bittstädt weg. Bittstädt wollte uns – und euch - nicht mehr haben. Uns wäre nicht im Traum eingefallen, freiwillig von unserem Lieblingsgelände zu verschwinden. Und das Gute daran – das Gelände in Crispendorf bietet viel mehr Komfort für alle. Das vorab.

Donnerstag

Wie immer wird der LKW in den späten Abendstunden mit den letzten Bittstädt-Utensilien bestopft. Wie immer machen wir uns Sorgen, wie Hoppel (unser Tonmann) seinen ganzen Kram am nächsten Tag da noch dazu drauf kriegen soll. Diesmal ist immerhin noch ne ganze Bühne zusätzlich dabei und nicht bloß ein Ferrero Küßchen oder ein Brühwürfel. Wir sind wie immer gefasst auf das Hoppelgewitter am nächsten Tag. Und wie immer trinken wir am Schluss zusammen ein Bier und hoffen, daß alles gut wird.

Freitag

Crispendorf (nicht das Dorf, sondern das Ferienland) wirkt auf den Erstbesucher wie eine Zeitreise. Man fühlt sich beim Betrachten der Tischtennisplatten, Toiletten, Wasch- und Duschräume, Aufenthaltsräume in den Bettenhäusern usw. schwuppdiwupp zurückversetzt in die DDR. Einen Großteil des Abenteuers Crispendorf und BACK IN THE, BACK IN THE, BACK IN THE … GDR macht für mich persönlich aber Helmuts wunderbarer Gabelstapler aus. Wir beginnen mit dem Bauzaun.

Eigentlich beginne ich erstmal mit der Anfreundung mit dem aus einem Stück gefeilten Gabelstapler. Es ist ein grobschlächtiges Gerät. Sehr wohl zur Feinarbeit fähig, aber nur im Abschluss eines Widerstreites und des gegenseitigen Abschätzens mit dem gewillten Führer. Zunächst drängt die rohe und in Stahl gefesselte Mehrere-Tonnen-Gewalt darauf, immer wieder mit unwillkürlichen Hopsern sowohl Fahrer als auch Ladung und Passanten zu erschrecken. Indem gedroht wird, alles Genannte (Fahrer, Ladung, Passanten) zu vermischen. Ich schmeichle mir jetzt selbst ob meines Einfühlungsvermögens, welches ich mir zuspreche. Die Lady (ich bin mir sicher es ist eine) wird recht bald zugänglicher und (hoffentlich hört sie’s nicht) gefügig. Die Fotos und das Video zeigen unsere bald gewonnene Harmonie.

DANN beginnen wir mit dem Bauzaun. Währenddessen trifft auch endlich der LKW ein.

Dieses Gabelstapler-Lady-Maschinegerät bringt uns großartige Erleichterung bei Bühne von LKW runter und Bauzaun ins Gelände rein. Und wie immer stehen sehr viele Helfer bereit und packen mit an. Eine Art Bittstädt Magie. Am Ende läuft alles sehr viel entspannter als in Bittstädt, obwohl wir hier zusätzlich eine ganze Bühne aufbauen müssen. Und dazu nochmal ein großer dicker Schmatz an Hoppel, der uns seine gigantische perfekte Open Air Bühne zur Verfügung gestellt hat. Warse nich wunderwunderschön? Warse nich der Hammer?

Dafür, daß wir zum ersten Mal hier waren und so gut wie keine Zeit zur genauen Vorplanung hatten, ging alles wie doppelt geschmiert. Hauptsächlich wegen vieler helfender Hände. Entspannt mit genug Vorlauf vor der ersten Band steht alles. Das Fest kann beginnen!

Paul eröffnet das Festival und macht fortan die Ansagen. Stilsicher sein Auftreten im blütenweißen Nadelstreifenanzug und mit einer Frisur wie ein ungemachtes Bett. Seine perfekte Beschreibung des Sounds, der gleich kommt: „Das hört sich an wie eine frittierte Motörhead-CD.“

Genau so klingen Fryology Theatre und holen die ersten Open Air Gäste auf den anfangs noch leeren Rasen. Ein Tritt in den Arsch ist genau der richtige Beginn für dieses von Schicksalsschlägen gebeutelte Festival. (Große Worte, gell?).

Der Telefon-Empfang in Crispendorf ist eine Katastrophe. Es gibt wenige Stellen, wo ab und zu Empfang zu empfangen ist (an der alten Halterung des Fahnenmastes, vorm Trafohaus, am Waldrand). Dort fange ich mir ab und zu SMS und Anrufe von Bands ein. Who’s Pinski funken, daß das Auto kaputt ist, ein Neues besorgt wurde, und daß sie im Stau feststecken. Immerhin müssen sie von Köln aus anreisen. Ich winke Fryology Theatre also zu, daß sie ruhig noch ein, zwei Kartoffelecken mehr frittieren können. Glücklicherweise kommen Who’s Pinski nicht allzu spät dann doch noch an, schnippen sofort auf die Bühne und legen los. Die kleine Frau mit der Stimme, die nach Gurgeln mit Rasierklingen und Ablöschen mit Whisky klingt, die die ganze Zeit schnattert, wenn sie nicht grad spielt, und die professioneller als alle anderen Profis auf dem Festival mit Spontanproblemen umgeht, muss man einfach gern haben. Hinterher für etliche Besucher ein, oder DAS Highlight. Seeehr schön!

Cryptex ist die Band, die wir Veranstalter als unser eigenes Bonbon unbedingt haben wollten. Nicht so schön ist, daß die Band den Umbau und Soundcheck um 100% Zeitspanne überzieht. Später erhalten wir viele Rückmeldungen von Gästen, die den überzogenen und nervigen Soundcheck der Band dermaßen übelnahmen, daß sie die Musik gar nicht mehr hören wollten und abgehauen sind. Andere hatten als Resultat so schlechte Laune, daß sie zwar dablieben, aber die Band gar nicht mehr gut finden WOLLTEN. Die dritte Partei – zu der gehörten viele anwesende Musiker – hat dann den Auftritt von Cryptex so genossen wie wir, die die Band gebucht haben. Was die Jungs machen ist einzigartig. Großartig. Die vor der Bühne verbliebenen werden von Simon & Co. auch nach kurzer Zeit erfolgreich eingefangen. Daß Cryptex nicht das furiose Bittstädt-Highlight 2013 geworden sind, das wir uns erhofft hatten, war möglicherweise nur ein schades Zusammentreffen verschiedener Umstände. Die ich hier nicht auswalze.

Während Cryptex die letzten Zeilen spielen und dann abbauen versuche ich, hinter der Bühne und vorm Backstageraum ein wenig meine Stimme für den Crayfish-Auftritt aufzuwärmen. Als ich dann in den Backstageraum zu den anderen Musikanten komme fragen mich die blöden Ärsche, ob draußen die Katzen zugange wären. Sie hätten sowas gehört.

Mit Rock’n’Roll Zitat und der besten Band der Welt – AC/DC - beschließen Crayfish den Freitag. Wegen des Zeitverlustes beim Cryptex-Soundcheck muss der Set krass gekürzt werden. Es gibt eine Sperrzeit. Crayfish versuchen, das Beste daraus zu machen und bitten um Zuruf für Wunschmusik. Die Reaktionen des vor der Bühne verbliebenen Publikums entschädigen für allen in der Vorbereitung gehabten Stress und Ärger. Letztendlich sind wir alle hier, um Spass zu haben, nicht um uns zu ärgern. Und das alle zusammen.

Sonnabend

Einer der Luxen (Luxusse, Luxi, Luxanten?) von Crispendorf ist ein echtes Frühstück. Mit frischen Brötchen, lecker Kaffee und Tee, Wurscht, Käse, Süßkram, Müsli und so weiter. Das bekommen wir in Bittstädt so nicht hin. Überhaupt hat das Pionierferienlager der Wismut eine Küchenanlage, die in der Dimension aussieht, als ob sie im Kriegsfall alle umliegenden Ortschaften bekochen soll. Wenn alle hundert Herde eingeschaltet werden, wird’s bestimmt in Schleiz dunkel.

Die erste Band des Sonnabends heißt Gruenschnabel. Weil Elettroanime wegen Auseinanderfalls der Besetzung kurzfristig absagen mussten, rutschen diese Grünschnäbel aus Bad Salzungen nach. Gruenschnabel sind eine Entdeckung, die wir auf der BRN in Dresden gemacht haben. Dort in improvisierter technischer Umgebung, heute hier in der Obhut des „Godfather Of Sound“, alias Hoppel. Keiner der Anwesenden hat je von der Band aus Bad Salzungen gehört, aber es gibt deutlich mehr als Höflichkeitsapplaus. Die Mugge im Bereich Liedermacher / Pop / Kungfu (die Band) kommt gut an und ist ein prima Start in den Sonnabend.

Bei N.E.M.O. dauert der Umbau wieder etwas länger, weil komplette Band, drei Streicher, Querflöte, Sackpfeife und drei SängerInnen angeklemmt werden müssen. Die Technik möchte noch kurz Soundcheck anbieten, die Band meint aber – nüscht, wir fangen einfach an. Die ersten beiden Lieder bringen noch ein paar Soundprobleme (Keyboard ist teilweise ohne Ton, Mix miss schnell noch angepasst werden), aber dann läuft die Maschine. Die Band zieht nach Gruenschnabel noch einmal einen weiteren Schwung Menschen aus den Zelten vor die Bühne. Und auch wenn der Mix aus Metal und klassischen Instrumenten im hellen Tageslicht keine Mystik wie mit einer Lichtshow entfalten kann, ist die Show kurzweilig und macht Spaß. Behaupte ich mal. Mir zumindest. Ich stand hinterm Keyboard.

Der erste echte Rock’n’Roll heute kommt von den Bulletmonks aus dem Nürnberger Land. Es fängt an zu regnen. Die Bulletmonks erklären, das wäre immer so, wenn sie auf einem Festival auftreten. Wenn wir als Veranstalter von den uns zugänglichen Tondokumenten schon überzeugt waren, so sind wir jetzt vom live dargebotenen direkt weggebohnert. Die Band bietet harten Rock’n’Roll auf richtig hohem Niveau, hat Spaß in den Backen und zeigt auch, das Handwerk sitzt, die Songs passen, der Sänger ist ein Sympathiebolzen, 100% Volltreffer. Gekonnt wird das für den riesigen Platz spärliche Publikum dirigiert und mitgerissen. Vor dem letzten Song und abschließdenden Bandhit reißt das Basedrum-Fell und der Song muss wegfallen. Trotzdem hinterlassen die Bulletmonks Begeisterung und haben gut Besuch am Merchandising-Stand. Ein ganz heißer Tipp sei hiermit ausgesprochen für alle Veranstalter in der Region, die für die Bulletmonks noch ein weißer Fleck ist!

Und dann schaffen es Double Vision doch tatsächlich, da noch einen draufzusetzen. Während des Bulletmonks-Auftrittes spreche ich noch mit Sänger Stephan hinter der Bühne, und erkläre ihm, daß der Regen daran liegt, daß ihn die Bulletmonks mitgebracht hätten. Er meint das wär komisch, weils normalerweise immer regnet wenn Double Vision dran sind. Na prima.
Wie immer bekomme ich mit fortschreitendem Festival immer nur Bruchstücke von den Bands mit. Das liegt nicht am Bier, sondern daran, daß man als Veranstalter bald hierhin, bald dorthin flitzen muss, um irgendwas zu klären. Aber daß der Raum vor der Bühne immer voller wird und nun auch anfängt zu wogen und zu hüpfen, das merke ich von Ferne. Später wird mir geschildert, daß auch etliche Gitarristen in der ersten Reihe standen und Maulsperre Richtung Bühne zeigten. Großes Kino, großer Rock’n’Roll und mit Stephan ein Riesentalent an Gitarre, Gesang und Charisma.

Coogans Bluff haben wir vor schon vielen Jahren kennengelernt. Die Band ist schon lange vor der aktuellen Retro-Rock / Stoner-Rock-Welle (wenn man es so nennen möchte) mit diesem Sound gestartet und hat in der Szene Ausrufezeichen gesetzt. Nachdem der Frontmann das Handtuch geworfen hatte, wurde er nicht ersetzt, sondern der Gesang teilweise auf Bassist Clemens umgelagert und der Sound mit Saxophon und Posaune ergänzt. Das ändert natürlich den Eindruck stark. Aber schon mit dem Knaller „Beefheart“ und dem zugehörigen Video (siehe youtube) überzeugen Coogans Bluff mehr den je, eigenständiger, origineller. Leider können die aktuellen Shows dieses Niveau nicht halten. Liegt es vielleicht an der heutigen Abwesenheit der Posaune, sind die Songs des letzten Albums "Poncho Express" vielleicht doch eine Spur zu experimentell, der Funke will irgendwie nicht so richtig überspringen. Was auf Platte gut funktioniert - man kann sich in der hypnotischen Stimmung der neuen Songs gut treiben lassen - klappt live überhaupt nicht. Es scheint, der Titelsong des letzten Albums „Magic Bubbles“ wäre Initialzündung für eine neue Ausrichtung der Band. Ein hypnotisierender Longtrack mit Jam-Charakter und vielen Bläser-Anteilen. Auch früher hatten Coogans Bluff schon solche Elemente im Sound. Aber inzwischen dominiert diese Facette sowohl auf Tonträger als auch live. Die flotteren, heftigeren Rock'n'Roll-Kracher (die zum Beispiel auf "Magic Bubbles" noch haufenweise drauf sind) sind eingemottet. Ergebnis - Die Musiker sind Top, aber die Leute rasten nicht aus wie bei Double Vision.

Bleibt anzumerken, daß Coogans Bluff zu den aller-angenehmsten Zeitgenossen gehören. Nette Kerle, die man einfach gern haben muss. Für eine gute, innovative Band, die auf mich ein bißchen wirkt wie auf der Suche, drücke ich die Daumen, daß die richtige Spur zu den richtigen Tonrillen und dem richtigen Publikum bald gefunden ist. An Kreativität mangelt es nicht.

Und jetzt Irish Rock Folk von den Brogues. Ich bekomme wieder nichts mit weil ich im Gelände unterwegs bin. Das schwere Los des Veranstalters ist, zu veranstalten und dann auch noch das hier schreiben zu wollen. Ich passe nicht extra auf, weil man sich auf die Brogues ja verlassen kann. Ich mache meine Arbeit. Wer die Brogues im Gegensatz zu mir gesehen hat, schreibe bitte seine Eindrücke hier hin. Hier ist Platz für Notizen:

 

 

 

 

Inzwischen haben Harnstein die harte Freitagnacht verdaut und sind wieder spielfähig. Weitestgehend. Ich habe wieder nur Zeit, ganz Weniges zu hören. Der eine oder andere Song verlangt nach mehr als einem Anlauf, aber das ist der Stimmung sogar eher zuträglich. Der Sound ist fast schon zu klar – es stünde der Band gar besser, wenn im Klang so viel Schmutz wie in der Schweißer-Kluft und in den Gesichtern wäre. Aber so hört man wenigstens, daß die Kerle richtig gute Musiker sind und die Musik sehr ernst nehmen, im Gegensatz zu sich selbst und der Welt. Wie erwartet ein wunderbarer Abschluss für den elektrisch verstärkten Teil des Festivals. Und bei allen Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem 15. Bittstädt Open Air ist es genau richtig, daß Freunde wie die Harnsteine die Krönung bilden, mit Humor, der sich mit unserem deckt, und der immer gewinnt und obendrauf schwimmt.

Sonntag

Wir wissen nun, daß wir finanziell tief in den Boden gespickt sind. Daß viel zu wenig Besucher da waren, um die Kosten decken zu können. Mit was für einem Gefühl krabbelt man denn da aus dem Zelt? Nicht. Man krabbelt nicht aus dem Zelt. Man bleibt liegen so lange es geht. Aber plötzlich tönt Musik von der Hauptbühne (Hättch fast gesagt hihihi. Wir hatten ja nur eine.) Und da kriecht man doch mal raus aus dem von der wunderschönen Morgensonne überhitzten Zelt. Ich hatte noch ein halbes Bier gestern abend vors Zelt gestellt. Es ist noch da, aber ich habe noch Ladehemmung und lass es links stehen. Außerdem habe ich sowohl Brille als auch Ersatz-Kontaktlinsen im Backstagebereich vergessen. Das ist nicht so schlimm, weil in der Nähe die Pionier-Eisenbahn-Bahngleise langgehen, die bis fast zum Backstage verlaufen, und die man erfühlen kann (scheis lange Treppe mit scheis niedrigem Geländer). Aber auf dem Zeltplatz und auf dem ganzen Weg sind lauter Leute, die mir alle zum Guten Morgen winken. Bloß, ich seh sie halt nicht. (Minus 7,5 Dioptrin falls das jemandem was sagt) Und dann bin ich hinterher der unhöfliche Ignorantenarsch der nichma zurückgrüßt. Also nimmt mich Doro an der Hand und führt mich vom Zelt zum Backstage und zu meiner Brille. Und immer wenn unterwegs jemand grüßt oder winkt sagt sie mir die Richtung, und ich winke in diese zurück. Das klappt.

Auf der (Haupt)Bühne fangen Geiszbock an. Die Band, die schon letztes Jahr den krönenden Abschluss bescherte, war auch dieses Jahr von mehreren Helfern, Mitveranstaltern und Mithopplern sehr massiv wieder gefordert worden. Nicht von ungefähr. Schöner kann man ein Festival nicht beschließen – mit Morgensonne, Muskelkater, Campingstühlen, Wiese, frischem Frühschoppen-Bier und Geiszbock. Auch wenn vereinzelte Stimmen anmerken, 2012 wären sie noch etwas besser gewesen, weil angetüdelt, ist es trotzdem furios und so lustig, daß man es sogar auf den Fotos sieht.

So weh es tut, irgendwann ist alles vorbei. Und wir MÜSSEN den ganzen Mist wieder abbauen und wegfahren. Aber immer noch sind ganz viele Helfer da, die mit anfassen. So geht alles flugs und reibungslos. Innerhalb überschaubarer Stunden ist die ganze Bühne abgebaut, Fleischspieße mit Kartoffelsalat aufgegessen, aufs Auto verladen (die Bühne, nicht den Kartoffelsalat), der Bauzaun wieder eingesammelt und zusamengschnallt und weggefahren, und der Zeltplatz und der Festplatz bis aufs Feinste von allem Müll bis hin zur Kippe gesäubert. Es ist absolut unglaublich schön, wie bereit zum Enthusiasmus und zur Hilfe ihr seid. Ohne die vielen Menschen, die ihre Zeit und Kraft einfach opfern, wäre das ganze Ding völlig unmöglich.

Die Crew der Verbliebenen setzt sich noch kurz im Kreis auf die Wiese, verdaut alles, leert die letzten Kaltgetränke, ist sich einig, das war SCHÖN. In Einigkeit machen alle das Geiszbock-Zeichen in die Kamera. Und Günner und Mark vom Black Night schleppen tatsächlich Zwiebeln und weiteres heran, um es zu schälen, anzubraten, und kochen Käse-Spätzle auf der Wiese. Also aufm Gaskocher natürlich. Auf der Wiese. Grmblfx. Riecht lecker.

Wir fahren ab. Hoppel kuckt neidisch. Käsespätzleneidisch.

Die Schilder-Abbau-Fraktion ist naturgemäß viel früher in Tröbnitz als der LKW. Wir verstauen unseren Scheis und warten auf das große Auto. Vorm Schankhaus. Im Abendsonnenschein. Mit Glas Bier. Ich gebs ja zu. Es dämmert, da kommt der LKW angerauscht. Backline von Crayfish und Nemo, FOH-Zelt, Massen Kleinkram und so weiter entladen und verstauen. Irgendwann, es ist dunkel, endlich echter Feierabend und Ende der Veranstaltung, zumindest für heute. Janos, der Wirt vom Mohr, macht uns noch eine super-lecker-Nudelpfanne für den Abschluss. Er hört sich unsere Schilderung der Situation an und gibt uns sämtliche Getränke aus als Geschenk des Hauses – und als Unterstützung des finanziell geschlagenen Open Airs. Einer der vielen guten Menschen.

 

Randnotizen:

Auf den Tischtennisplatten sitzend, treffen wir Sonntag Morgen den Drummer und den Basser von Gruenschnabel, die verzweifelt ihren Bandkopf Olli suchen. Doro hatte die drei Sonnabend Nacht zusammen in ein Zimmer gelegt (das wussten sie auch schon nicht mehr). Aber irgendwann nachts kam der Sänger abhanden und keiner hat ihn mehr gesehen.

Beim Geiszbock-Auftritt kommt Olli plötzlich aus dem Nirgendwo vor die Bühne geschlendert und wird sofort von seinen Bandkollegen von überschäumender Freude getrieben angesprungen, umarmt, geherzt und geküsst. Niemand weiß wo er war. Er auch nicht, glaub ich.

Einige Musiker fühlten sich in Bittstädt plötzlich wieder jung. Und haben sich nachts entsprechend benommen, was Getränke betrifft. Harnstein-Basser Ingo zum Beispiel lief infolge der Freitag-Nacht den ganzen Sonnabend als Abbild einer Kalkwand herum und kuckte ganz und gar nicht fröhlich. Erst gegen Abend und kurz vor dem eigenen Auftritt war der Alkohol soweit abgebaut, daß Platz für neuen war.

Im Backstage-Bereich sind von Musikern und der Crew innerhalb von anderthalb Tagen 150 Liter Fassbier ausgetrunken worden. Am Sonnabend um 23 Uhr herrschte ungeplante Biernot. Sch sare dadordsu nüschts.

Um die Trockenheit zu überwinden bin ich im Stockdunkeln auf den LKW geklettert (mit einer ganz kleinen Leiter) und habe, mit meinem Telefon leuchtend, einen Kasten Bier für die durstigen Musikanten geholt. Beim Abstieg vom LKW habe ich mit einer Hand den Kasten Bier gehalten, mit der zweiten die Telefon-Leuchte, und mit der dritten Hand konnte ich mich nirgends festhalten und bin wegen der viel zu kleinen Leiter voll vom LKW runter mit dem Kasten Bier auffe Schnauze und den Schotter gefallen. Waren aber nur 4 Flaschen kaputt, konnte den Kasten halbwegs hochhalten im Fallen.

Cryptex mussten am Sonnabend schon früh um 7 Uhr wieder los zur nächsten Mugge und haben es doch tatsächlich fertig gebracht, den versteckt im Mischpultzelt schlafenden F, der sich soeben hingelegt hatte, zu finden, zu wecken und ihm die Zimmerschlüssel zu übergeben. There’s no sleep in Crispendorf. Wherever you may lay.

Ich bin wie immer völlig begeistert vom genialen Klang bei unserem Festival. Zumindest bei den Bands, bei denen unser Hoppel an den Reglern saß (alle außer Cryptex, Coogans Bluff, und bei Crayfish sitzt Hoppel nicht hinter den Reglern sondern schläft immer. Achtet mal drauf! Klang trotzdem spitze.) Ich weiß nicht ob euch das bei den letzten drei Bittstädt Open Airs aufgefallen ist, aber wir haben einen perfekten Sound. Und wir veranstaltende Musikanten sind extrem pingelich.

Wir haben nachträglich mehrfach großes Lob für die Auswahl der Musik erhalten. Das macht unglaublich stolz und froh. Es ist sicher nicht offensichtlich, wieviel Arbeit in solch einer Bandauswahl steckt. Wir haben ungefähr 500 Band-Bewerbungen erhalten. Wir haben uns aufgeteilt und zu fünft alle diese Bewerbungen plus unserer eigenen Vorschläge und Wünsche durchgehört, bewertet, Listen gebildet. Dann haben wir uns immer wieder getroffen und die Ergebnisse zusammen weitergefiltert. Die Bands, die wir haben wollten, haben wir kontaktiert und mit ihnen verhandelt. Letztendlich ist die Grenze immer noch unser schmales Budget. Dieser ganze Prozess dauert normalerweise mindestens ein halbes Jahr. Diesmal mussten wir alles in 3 Monaten schaffen, weil wir den Termin für den Platz in Bittstädt erst im Februar bestätigt bekamen. Was sich nachträglich dann auch noch als Unsinn erweisen musste.
In der Tat bin ich wieder sehr stolz auf das Billing, das wir gezaubert haben. Aber die Komplimente gebühren nicht mir. Diese gebühren einem Team aus vier Leuten. Das Kompliment für die Musik geht an F, Björn, Sepp, und der Rest an mich.

 

Es bedanken sich bei allen Helfern und allen Besuchern die Organisatoren und Mitorganisatoren:

Thomas, Björn, Hoppel, Sepp, Doro und Meisenmann.

Wie konnte so etwas passieren?

Kurz vorab: Wenn ich jetzt wieder zu weit ausschweife hat das nur einen Grund. Das Bittstädt Open Air, so wie wir es seit ein paar Jahren versuchen aufzubauen, ist eine nicht-kommerzielle Veranstaltung. Das bedeutet niemand verdient hier Geld. Vielmehr versuchen sehr viele Leute, ein für alle unvergessliches Wochenende zu zaubern und opfern dafür Urlaubstage, Geld, Arbeitszeit und Arbeitskraft. Bisher hat das auch einigermaßen geklappt. Und weil sehr viele Leute für dieses gemeinsame Erlebnis Opfer bringen, bin ich auch sehr vielen eine genaue Erklärung schuldig, über das, was schiefgelaufen ist. Und weil alle fragen – wie ist so etwas möglich?

Im September 2012, als wir beschlossen, doch weiterzumachen. Da habe ich begonnen, mich um einen Termin fürs Open Air 2013 zu bemühen. Unser bisheriger Ansprechpartner – Feuerwehrverein Bittstädt, Eigentümer des Festplatzes, vertreten durch Alfred – erklärte uns, wegen Umstrukturierungen in der Gemeindeverwaltung könne noch kein Termin vergeben werden. Das wäre erst Anfang 2013 möglich. Schon das brachte erste Schwierigkeiten mit sich. Normalerweise beginnen wir mit dem Booking im September. Fortan habe ich auch versucht, in der Gemeindeverwaltung jemanden zu erreichen. Aber da war schon niemand mehr. Telefonisch war niemand zu erreichen, und auf E-Mails kam auch keine Antwort mehr. Es war auch nicht zu ermitteln, wer denn nun da zuständig ist. Wir waren auf den Kontakt zur Feuerwehr angewiesen. Ich habe dann nahezu monatlich mit Alfred telefoniert, unverrichteterdinge. Im Februar endlich konnte mir Alfred telefonisch den Termin verbindlich bestätigen. Ich drängte auf einen schriftlichen Vertrag, weil ich meinerseits verbindliche Verträge mit Bands, Hotels, Tontechnik, Schanktechnik, Catering, Personal, Versicherung, Transportmitteln etc. abschließen muss. Der wurde mir verweigert. Vielmehr bestand Alfred darauf, das wie immer zu machen, und den Vertragsvordruck bei Übergabe des Platzes gemeinsam auszufüllen. (Das wurde tatsächlich auch sonst so gemacht). Alfred versicherte mir, daß ganz allein der Feuerwehrverein über die Vergabe des Platzes entscheidet, und daß er die Zuständigkeit und den Terminkalender hat. Ich könne mich wie immer absolut darauf verlassen. Der Termin sei sicher.

Nun werdet ihr selbstverständlich sagen, wie kann er nur, und hättste hättste hättste. Aber versetzt euch mal in die Situation – das wäre das 15. Open Air dort, und das war soweit ich zurück weiß immer so. Und diese Leute sind stur. Außerdem hätte ein Schriftstück nichts geändert. Ein mündlicher Vertrag ist ebenfalls ein ebensolcher.

Zwei Wochen vor Veranstaltungsbeginn möchte normalerweise die Gemeinde die Anzeige der Veranstaltung und das Ordnungsamt die Sperrzeitverkürzung beantragt haben. Sehr viel früher war es auch weder nötig noch möglich, weil ich gar nicht wusste, wer denn nun die Gemeindeverwaltung innehat. Die Verwaltungsgemeinschaft Wachsenburggemeinde ist irgendwo eingemeindet worden. Rausbekommen hab ichs – ohne Scheiß – über Wikipedia. Kuckt selber nach. Also Anträge fertig und in die Post. Wir nähern uns dem Jetzt.

Am Sonnabend, 15.06., feiert einer der Ur-Bittstädt-Open-Air-Macher seinen Geburtstag im Heideholz auf dem Festplatz. Am Sonntag, 16.06. gibt mir Paul (der Wiederbegründer nach dem Ende des Open Airs), der dort zu Gast war, telefonisch den Hinweis, es stimme was nicht mit dem Ordnungsamt, ich solle mal anrufen. Am Montag, 17.06., warte ich bis Alfred Feierabend hat und zu Hause telefonisch erreichbar ist. 17:30 Uhr bekomme ich ihn an die Strippe. Ich sag,
„Hallo Alfred, hier Christian, Bittstädt Open Air.“
Es antwortet ein gedehntes „Jaaaaaaa?“
„Paul sagt, es gibt irgend ein Problem mit dem Ordnungsamt?“
„Na das kann ich Dir sagen. Die Veranstaltung fällt aus für euch.“

Es ist schade daß in diesem Moment keine Kamera mir gegenüber aufgebaut war, um die Farbspiele in meinem Gesicht festzuhalten.

Ich erspare euch den genauen Wortlaut. Nur soviel. Alfred machte mir deutlich, daß er nur Überbringer der Meinung des Vereines und nicht Entscheider wäre. Ich könne mir also auch sparen, ihn zu überzeugen.

Auf die Frage, ob er wisse, was das für uns bedeutet, meint er, das könne er sich durchaus vorstellen. Er hätte auch gesehen, wir hätten ja auch schon Plakate gehängt.

Muss man das kommentieren? Ich meine – das ist, wie wenn jemand ein Haus gebaut hat. Dann kommt die Behörde und sagt – das wird leider nichts, die Baugenehmigung haben wir euch nur aus Versehen erteilt. Ihr müsst das Haus leider wieder weg machen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, was das für euch bedeutet. Ich habe gesehen, ihr habt ja auch schon eine Türklinke.

Der Feuerwehrverein habe also entschieden, daß ab sofort jede größere Veranstaltung auf dem Festplatz Heideholz abgesagt würde. Es gibt nur noch Familienfeiern bis etwa 100 Gäste. Grund sind Beschwerden von Anwohnern wegen des Lärms, Überschreitungen von Sperrzeiten, Schäden am Objekt, Randale. Außerdem wären die seit der Eingemeindung verschärften Brandschutzauflagen von der kleinen Bittstädter Wehr überhaupt nicht zu erfüllen. Diese beinhalteten einen Tankwagen und 4 Mann ständige Besetzung während einer Veranstaltung auf dem Platz. Das könne auch gar kein Veranstalter bezahlen. Zunächst frag ich – seit wann weißt Du das? Er meint, seit letzter Woche. Dann möchte ich die neuen Auflagen schriftlich haben, um zu prüfen wie sie zu erfüllen sind. Keine Chance. Der Einwand, eine Auflage müsse von einem Amt erlassen worden und irgendwo fixiert sein, wird ignoriert. Ich biete an, für die Erfüllung der Auflagen zu sorgen. Die Feuerwehr Bittstädt weigert sich jedoch, andere Feuerwehren an ihrem Objekt zuzulassen.

Zurück zu den angegebenen Gründen. Wenn es Ärger mit Mietern gab ist diese Reaktion nachvollziehbar und gutes Recht des Eigentümers. Aber wir haben am Sonntag nach dem letzten Open Air zusammengesessen. Wir haben den Platz übergeben. Wir haben zusammen nach Schäden geschaut, es gab keine. Wir haben eine Veranstalter-Haftpflichtversicherung, auch fürs Objekt. Somit können wir sogar Schäden ersetzen, die wir gar nicht bezahlen können. Wir haben mit Dorfbewohnern gesprochen. Wir haben nicht eine einzige Information zu irgend einem Schaden oder zu irgend einer Beschwerde erhalten. Das stimmt ja auch, sagt er, bei euch gab es keine Schäden oder Beschwerden. Aber das wäre eine generelle Entscheidung.

Ich meine, üblicherweise hält man in solch einem Fall bestehende Verträge ein und macht einfach keine neuen mehr. Vertrag? Was denn für ein Vertrag? Er habe keinen Vertrag mit irgend jemandem. Hm hm.

An wen muss ich mich denn wenden, um über die neuen, verschärften Auflagen und die Genehmigungen und Sperrzeiten zu reden? Ans Ordnungsamt der neuen Gemeindeverwaltung, aber - sagt er mir gleich - da blitzt Du ab. Wir haben uns abgesprochen.

Damit das hier keine Poesie wird spare ich meine Gefühlswelt aus. Zunächst nehme ich also die zugeklebten und frankierten Anträge aus dem Postsack, der am nächsten Morgen abgehen sollte. Die liegen jetzt noch so in meinem Schreibtisch.

Bei der Suche nach Lösungen erfahren wir noch, daß der neue Bürgermeister ein sehr offener und sympatischer Zeitgenosse sein soll. Ein Anruf beim ersten Beigeordneten zeigt, daß man sich eine solche Entwicklung in der Gemeindeverwaltung überhaupt nicht vorstellen kann. Wir sprechen daraufhin mit den zuständigen Stellen. Stark verkürzt – man ist dort durchaus bereit, die Veranstaltung noch zu genehmigen, vorausgesetzt der Feuerwehrverein als Eigentümer des Objektes stimmt zu.

Der Mitarbeiter im Ordnungsamt berichtet uns noch, daß am Sonntag, 16.06., in Bittstädt auf dem Festplatz in das Schänkenhäußchen eingebrochen wurde, massiv randaliert, mehrere Türen aufgebrochen, Toiletten zerstört. Offensichtlich wird auch dieser Vorfall auf Veranstaltungen im Heideholz und damit auch auf uns reflektiert.

Ein paar Informationen erreichen uns auch noch aus Dritter Hand, daß wohl auch Techno-Veranstaltungen im Heideholz stattgefunden haben (bzw. Elektro oder wie das jetzt heißt), und daß es da tatsächlich massiven Ärger wegen Lärms usw. gab.

Es formt sich nach und nach ein rein subjektives Bild – da ist ein Verein, dem gehört das Zeug im Heideholz. Um es dauerhaft erhalten zu können muss er es zwangsläufig vermieten. Wenn dabei in mehreren Einzelfällen der Ärger die Oberhand gewinnt, ist es bei Vereinen schnell so, daß die lautesten Stimmen die unsinnigsten weil absolutistischen Entscheidungen erringen. Mein ganz persönlicher und wie gesagt subjektiver Eindruck – der Verein hatte den Kanal schon voll wegen in letzter Zeit aufgelaufener Beschwerden und Ärgers. Der Einbruch und die Randale haben das Fass zum Überlaufen gebracht. Im Bittstädter Wald entscheidet man dann spontan und impulsiv. Und ein Feuerwehrverein hat andere Mittel, ein Veranstaltungsverbot durchzusetzen, obwohl ein Vertrag besteht, als beispielsweise ein Hamsterzüchterverein.

Zur Liste "Das gaht ja gar nicht" gehört noch die Tatsache, daß wir nicht informiert wurden. Als die Absage-Entscheidung fiel, hat sich niemand bei uns gemeldet. Wenn ich nicht am Montag angerufen hätte, wer weiß wann wir davon erfahren hätten. Wir wissen von einer lange geplanten Veranstaltung am Folgewochenende 5./6. Juli, die sich noch immer fröhlich auf ihre Disco freuen. Wir hätten uns evtl. in die Sonnensegel reingeteilt.

Mehrere hilfsbereite Stimmen haben uns auf Rechtswege hingewiesen. Es ist aber unsinnig, mit Rechtsmitteln eine Veranstaltung durchzusetzen auf dem Grundstück eines Eigentümers, der das nicht will. Es gibt hundert Wege, diese Veranstaltung zu sabotieren. Auch Schadenersatz ist furchtbar schwierig, weil man jeden entstandenen Schaden erstmal nachweisen muss. Unsere Schäden bestehen z.B. in verärgerten und wegbleibenden Besuchern. Schwer nachweisbar. Die wirtschaftliche Verschlechterung ist zwar leichter nachweisbar. Aber ich habe keinen Bock auf einen Rechtsstreit. Wir machen ein Rock’n’Roll und Hippie-Festival, kein Rechtsfestival.

Das Ende der Geschichte ist das, was wir jetzt haben. Eins der Gelände, die wir geprüft haben, haben wir ausgewählt und gebucht. Macht uns jetzt nicht zur Schnecke, weil etwas damit nicht stimmt, z.B. die Lage. Bedenket – in erster Linie wollen wir das Erlebnis Bittstädt Open Air weiterleben lassen. Zu diesem Erlebnis gehört mehr als die Musik. Wir haben in extrem kurzer Zeit (zwei Tage) unter diesem Gesichtspunkt eine sehr schöne Lösung gefunden. Und wir müssen dafür noch viel mehr Kompromisse machen als z.B. Entfernungen überwinden.


Das ist die GEKÜRZTE Fassung. Hab ein Drittel weggeschmissen. Alle Namen wurden gegenüber der Realität geändert. Ich heiße zum Beispiel gar nicht ich, sondern Pubselbingokebap.